Selbst gekocht: Geschenke aus der Küche

Ja ist‘s denn schon Weihnachten? Habe ich mich erst am Wochenende gefragt und mir verwundert die Augen gerieben. Beim Anblick der vielen Weihnachtsmänner, die sich hier in den Straßen tummeln. Da könnte man glatt meinen, man hätte die Wochen vor Weihnachten verschlafen und es wäre schon so weit. Heiliger Abend, festliches Essen, Geschenke unterm Weihnachtsbaum und so. Geschenke??? Aber hallo! Manch einer mag es zwar verdrängen. Andere wippen nervös von einem Fuß auf den anderen. Wieder anderen treibt der Gedanke nach den kleinen bunten Päckchen schlichte Schweißperlen auf die Stirn. Denn: In schlappen 9 Tagen ist Weihnachten.

Weihnachten – Zeit, um lecker zu Schlemmen, gemütliche Stunden mit der Familie zu verbringen und den Liebsten Mal richtig doll zu zeigen, wie gern wir sie haben. Da gehört ein kleines Präsent irgendwie dazu. Finde ich.
Hm, stimmt schon, wird der ein oder andere jetzt vielleicht zustimmend grummeln. Wenn die Rennerei nach dem richtigen Geschenk nicht wäre. Und die langen Gesichter, weil der Griff doch wieder daneben ging. Denkste! Schön schenken ist gar nicht schwer. Geht richtig easy, und wie. Im letzten Post hatte ich schon von den “Ahhhs” und “Ohhhs” unterm Weihnachtsbaum erzählt. Und die soll es in diesem Jahr wieder geben. Dank kleiner, selbst gemachter Leckereien aus der Küche, die schon im letzten Jahr gemeinsam mit einer lieben Freundin zubereitet wurden und viele freudige Abnehmer fand. Also habe ich mir wieder meine Freundin geschnappt, alles geshoppt, gekocht und noch hübsch verpackt. Das Auge isst ja bekanntlich mit. Klingt super, oder?

Okay, es lief nicht ganz so fix, wie es sich hier mal eben schreibt. Denn am Anfang stand die Entscheidung, was es am Ende werden soll. Und mit Entscheidungen und uns ist das manchmal so eine Sache. Eine verflixt komplizierte Sache. Wie viel soll es sein? Herzhaft oder süß? Nicht vielleicht doch lieber der Brotaufstrich? Mist, ist nicht so lange haltbar. Ich gebe zu: Erst waren wir etwas ratlos. Das zweite Jahr in Folge das Gleiche unterm Baum will schließlich keiner. Sonst wird uns noch Einfallslosigkeit angedichtet. Neue Ideen mussten her. Kulinarische Ideen versteht sich.

Ein paar Mal ging es hin und her aber dann war er da, der Plan: tadaaaaaa! Das Ergebnis von zwei mit Tee und Plätzchen gefüllten Nachmittagen, umringt von zig Kochbüchern, zerfledderten Rezeptheften und verklecksten Zeitschriften (ganz nebenbei oute ich mich als fanatischen Kochbuch- und Rezeptesammler – schon ein ganzes Regal voll damit und trotzdem nicht genug) war dann Folgendes:

Geschenke aus der Küche

Blutorangensirup mit Campari, um den mögliche Feiertagskoller, den es durchaus geben soll, feierlich zu begießen. Eingelegte Möhren, was Leichtes als Alternative zur dicken Weihnachtsgans. Außerdem noch ein ausgefallenes Zwiebel-Orange-Paprika-Chutney, um bei den Verwandten ein wenig Eindruck zu schinden. Vorausgesetzt es geht gut. Aber probieren geht bekanntlich über studieren. Und wenn man sich nicht in der Küche wild austoben kann, wo denn dann? Ist aber wirklich nicht so schwer wie es klingt. Versprochen.
Deshalb kommen hier die Rezepte, für kleine kulinarische Freuden unterm Weihnachtsbaum.

Für 1 Liter Blutorangensirup mit Campari müsst ihr 1,5kg Blutorangen auspressen und 0,75l Saft abmessen. 2 Zitronen heiß abwaschen und in Scheiben schneiden. Den Orangensaft zusammen mit den Zitronenscheiben, 400g Zucker, 1 EL Nelken, 1/2 EL Piment und 100ml Campari im Topf erhitzen und 30-40 Minuten bei milder Hitze köcheln lassen. Dabei gelegentlich umrühren, bis die Flüssigkeit leicht dicklich einreduziert ist. Anschließend den Sirup durch ein Sieb geben und in heiß abgespülte Flaschen füllen. Direkt verschließen und abkühlen lassen. 6-8 Wochen ist der Sirup haltbar, wenn die Verwandtschaft nicht schon vorher über den leckeren Aperitif her gefallen ist.

Sirup selbst gemacht

Für einen winterlichen Aperol-Sprizz einfach ein Sektglas zur Hälfte mit dem Sirup füllen und mit gekühltem Sekt auffüllen. Für alle Frostbeulen kann der Punsch mit Früchtetee oder Multivitaminsaft im Verhältnis 1:3 gemischt werden. Dann gibt’s lecker Punsch!

Sirup selbst gemachtJetzt geht es an die Möhrchen. Für vier Gläser mit je 450ml Fassungsvermögen 1kg Möhren schälen und schräg in 1 cm dicke Scheiben schneiden. 2 Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. 2 EL Pinienkerne in der Pfanne ohne Öl anrösten und zur Seite stellen. Etwas Öl in der Pfanne erhitzen und die Möhren zusammen mit den Zwiebeln andünsten. 1El Zucker darüber streuen und leicht karamellisieren lassen. Mit Salz, Pfeffer und 1 1/2TL Kreuzkümmelsamen in der geschlossenen Pfanne 10 bis 15 Minuten bissfest garen. 75g Rosinen und 200ml Sherryessig dazu geben und 3 Minuten köcheln lassen. Pinienkerne unterrühren.
500ml Sonnenblumenöl auf 80 Grad erwärmen. Zusammen mit dem Gemüse in saubere Gläser füllen, sodass keine Luftblasen entstehen und das Gemüse 1cm dick mit Öl bedecken. Die Gläser fest verschließen und zwei Wochen an einem dunklen und kühlen Ort durchziehen lassen.

eingelegte Möhren

Für alle, die zu Weihnachten lieber glotzen statt zu kleckern, geht’s jetzt ans Zwiebel-Orange-Paprika-Chutney. Für drei große Einmachgläser 2 Chilischoten entkernen und klein schneiden. 6 Knoblauchzehen  und ein Stück Ingwer schälen und in kleine Scheiben schneiden. 3 große Zwiebeln schälen, vierteln und in dünne Scheiben schneiden. 1 große gelbe Paprika entkernen und in kleine Stücke schneiden.
Schale von 3 großen ungespritzten Orangen abreiben. Saft der drei Orangen auspressen und in einen Kopf geben. Die Orangenschale zusammen mit den Chilis, dem Knoblauch, den Zwiebeln und der Paprika in einen Topf geben.
3 Kardamomkapseln leicht zerdrücken und zusammen mit 1TL Kurkuma, 2TL Schwarzkümmelsamen, 225g Kristallzucker, 300ml Weißweinessig und 300ml Wasser in den Topf geben. Alles salzen und zum Kochen bringen. Etwa 1 Stunde bei niedriger Temperatur köcheln lassen und ab und zu umrühren.
Die Mischung in Gläser füllen und fest verschließen. Wird das Chutney nicht direkt verputzt, ist es ungeöffnet bis zu 6 Monate haltbar.

Chutney selbst gemacht Chutney selbst gemacht

Das Beste an solchen Geschenken: Es bleibt immer was übrig. Deswegen verziehe ich mich jetzt mit Keksen und leckerem Blutorangen-Weihnachtspunsch auf die Couch und freue mich auf Weihnachten mit dem Ahhh und Ohhh-Effekt.

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